Vier Fragen an…Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP)
Marie-Agnes Strack-Zimmermann kandidiert für das Amt der Oberbürgermeisterin in Düsseldorf / Foto: M. Gstettenbauer

Vier Fragen an…Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP)

Am kommenden Sonntag (13. September) wählt Düsseldorf einen neuen Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin. Thomas Geisel will sich dabei eine zweite Amtszeit sichern. CDU-Kandidat Stephan Keller war bis 2016 Verkehrs- und Ordnungsdezernent in Düsseldorf. Die Grünen schicken den Landtagsabgeordneten Stefan Engstfeld ins Rennen, während mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann eine der bekanntesten Politikerin der FDP antritt. Wir haben den aussichtsreichsten Kandidaten vier Fragen gestellt. Heute: Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

Corona, Umweltspuren – nur zwei Themen, bei dem eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft offen zu Tage tritt. Wie wollen Sie dem entgegentreten und wieder für mehr Ausgleich, eine gesunde Diskussionskultur mit Argumenten statt Beleidigungen sowie Solidarität in Politik und Gesellschaft sorgen?

In Düsseldorf teilt man aus und steckt ein bei politischen Diskussionen. Das ist gut so. Aber auch ich stelle fest, dass immer öfter eine Grenze überschritten wird und es an gegenseitigem Respekt und der gebotenen Höflichkeit fehlt. Oder es werden Nichtigkeiten skandalisiert. Ich plädiere für weniger Emotion und mehr Sachlichkeit in allen Debatten. Darüber sollten die Medien, die Politikerinnen und Politiker, aber auch die Bürgerinnen und Bürger einmal nachdenken. Damit meine ich nicht, dass wir Missstände unter den Teppich kehren, bestimmt nicht. Aber Wut und Erregung über fast alles verdeckt mittlerweile oft den Sachverhalt, bekommt aber die größte Aufmerksamkeit – medial und in den sozialen Netzwerken. Das sollten wir schleunigst ändern!

Stichwort Corona: Bei der Diskussion um Maskenpflicht und Abstand sind die Folgen unter anderem im Bereich Kultur etwas aus dem Blick geraten. Mit welchen konkreten Maßnahmen abseits von Aktionen wie großen Konzerten möchten Sie um ihre Existenz kämpfende Kleinkunstbühnen und Künstlerinnen/Künstler unterstützen?

Der Bereich der Kultur ist in Düsseldorf keineswegs aus dem Blick geraten. Seit Beginn der Pandemie kümmern wir uns intensiv um die „Freie Szene“.  Wir halten die „Freie Szene“ für  elementar wichtig für die Stadtgesellschaft in Düsseldorf. Deshalb haben wir als „Ampel“ im Düsseldorfer Rathaus die Fördermittel in den letzten sechs Jahren um 1,5 Millionen Euro erhöht. Wir haben schon im Juni im Rat „Maßnahmen zur Sicherung der kulturellen Infrastruktur“ in Höhe von 630.000 Euro beschlossen, um die wirtschaftliche Existenz von Kleinkunstbühnen und Künstlerinnen/Künstlern zu sichern. Natürlich werden wir die betroffenen Künstlerinnen und Künstler weiter begleiten.

Die Gesellschaft wird zunehmend älter. Mit welchen konkreten Angeboten für die einzelnen Gruppen (Kinder/Jugend, Familien, Berufstätige, Singles, Senioren) wollen sie die Balance zwischen den Generationen erhalten beziehungsweise herstellen?

Wir haben in den letzten Jahren die Lebensqualität in Düsseldorf enorm gesteigert. Düsseldorf gehört mittlerweile zu den lebenswertesten Städten in Deutschland und die Menschen aller Altersgruppen empfinden das auch so und leben sehr gerne hier. Das ist schon einmal eine gute Grundvoraussetzung die Balance zwischen den Generationen zu erhalten. Unser Ziel ist es, die unterschiedlichen Generationengruppen zu einander zu führen. Dazu unterstützen wir im Ausschuss für Gesundheit und Soziales vielfältig die Gruppen, die soziale Kontakte zwischen den Generationen herstellen. Wir fordern noch mehr Hilfe und Begleitung beim Bau von Mehrgenerationenhäusern. Diese Wohnform kann eine große Hilfe für alle Generationen werden. Wir wollen eine Strategie zur Bekämpfung der Einsamkeit in Düsseldorf. Dazu gehören innovative Wohn- und Mobilitätskonzepte sowie die Förderung von Gesundheitskompetenz.

Das „natürliche“ Miteinander der Generation und der gegenseitige Respekt sind auch in Düsseldorf ausbaufähig. Dazu abschließend ein Beispiel, wie wir uns dieses Miteinander vorstellen: Es müssen Formen entwickelt werden, wie die ältere Generation und die jüngere Generation sich gegenseitig unterstützt, beispielsweise Kinderbetreuung durch Ältere, wenn Mütter und Väter temporär Hilfe brauchen, IT-Kurse von jungen Menschen für Ältere. Diese Liste kann man beliebig verlängern.

Durch Corona gerät die Zukunft der Schule in den Mittelpunkt. Welche neue Formen des gemeinsamen Lernens auch in Zeiten einer Pandemie können Sie sich vorstellen? Und wie könnte eine konkrete Umsetzung im Rahmen der städtischen Zuständigkeit aussehen?

Auch in Zeiten der Pandemie dürfen wir bei der Inklusion keine Rolle rückwärts machen. Als Freie Demokraten sind wir daher dankbar, dass das Schulministerium bei der Schulöffnung auch immer Kinder und Jugendliche mit Behinderung mitbedacht hat und gemeinsames Lernen ermöglicht. Falls einzelne Schulen infektionsbedingt temporär geschlossen werden sollten, müssen wir künftig grundsätzlich sicherstellen, dass Kinder mit Handicap beim Home-Schooling den nötigen Unterstützungsbedarf auch Zuhause erhalten. Hierzu gehört aus unserer Sicht neben der technischen Hardware für digitales gemeinsames Lernen auch die wichtige Schulbegleitung durch Inklusionshelfer.

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