Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich!
Die Übungen veranschaulichen eindrucksvoll, wie stark und gefährlich die Strömung im Rhein sein kann / Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer

Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich!

Aufgrund der Corona-Pandemie verbringen viele Düsseldorfer den Sommer zu Hause. Wenn die Temperaturen steigen, scheint eine Abkühlung im Rhein verlockend. Doch das vermeintlich kühle Bad birgt Risiken: Dieses Jahr gab es bislang 30 Rettungseinsätze auf dem Rhein, sieben  seit Beginn der Sommerferien. Im Rahmen einer Einsatzübung an der Theodor-Heuss-Brücke wies die Feuerwehr gemeinsam mit der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) erneut auf die Gefahren hin, die vom Schwimmen im Rhein ausgehen.

Schwimmen im Rhein: Bereits drei Tote

Dass nicht jede Abkühlung im Rhein glimpflich ausgeht, zeigt ein Blick in die Statistik. So rückte die Feuerwehr Düsseldorf im vergangenen Jahr zu insgesamt 60 (2018: 65) Einsätzen auf dem Rhein aus. Dabei kam in acht Fällen für die Menschen jede Hilfe zu spät. Im ersten Halbjahr 2020 gab es bereits 30 Rettungseinsätze auf dem Rhein. Dabei kam für drei Menschen jede Hilfe zu spät. Bei weiteren neun Einsätzen versorgte der Notarzt die Geretteten vom Notarzt medizinisch. Sechs von diesen mussten anschließend in einem Krankenhaus behandelt werden.

Bereits am letzten Juni Wochenende gab es im hessischen Trebur, Kreis Groß-Gerau, einen tragischen Unfall, bei dem ein fünfjähriger Junge und seine 30 Jahre alte Mutter ums Leben kamen. Der Sohn war plötzlich im Wasser untergetaucht und nicht mehr aufzufinden. Beim Versuch, den Jungen zu retten, ertrank die Mutter im Rhein.  In bestimmten Zonen des Rheins ist das Schwimmen daher nach der „Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve“ generell verboten. So gilt 100 Meter oberhalb und unterhalb von Rheinhäfen striktes Badeverbot. An Brücken, Schiffs- und Fährlandestellen, Schleusen, Vorhäfen, Umschlagstellen und Werften darf ebenfalls nicht geschwommen werden.

Tückische Strudel und Strömungen

Aber auch dort, wo das Schwimmen erlaubt ist, kann es lebensgefährlich sein: „Beispielsweise an sogenannten Kribben – ins Wasser ragende Kiesflächen – bilden sich oft tückische Strudel und Strömungen“, erklärt Christian Ruda, leitender Lehrtaucher der Feuerwehr Düsseldorf. „Eine besonders starke Strömung herrscht auch in der Fahrrinne. Wenn ein Schiff vorbeifährt, zieht dies das Wasser an. Dadurch werden vor allem Kinder ins Wasser gezogen.“ Trügerisch dabei ist: Die Schiffe sind meist schon viele Hunderte Meter weitergefahren, bis der Sog oder die anschließenden Wellen am Ufer ankommen. Gerade der Eindruck des niedrigeren Wasserstandes verlockt Kinder, in den Fluss zu waten.

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