„Wie ein Überlebenskampf auf hoher See“
Servicekraft Giovanni („Gorgi“) und Geschäftsführerin Gaby Schellhase vor dem Weingarten von En de Canon / Foto: Christian Töller

„Wie ein Überlebenskampf auf hoher See“

Es war ein schwerer Schlag für eine Vielzahl von Geschäften: Von heute auf morgen mussten sie wegen der Corona-Pandemie schließen. Kein Umsatz, keine Möglichkeit mehr, Geld zu verdienen. Für viele Mitarbeiter bedeutete das Kurzarbeit oder gar den Jobverlust. Zu den besonders stark betroffenen Branchen zählt die Gastronomie, zumal sie mit am längsten darauf warten musste, wieder öffnen zu dürfen. „Es ist wie ein Überlebenskampf auf hoher See“, berichtet Gaby Schellhase, Geschäftsführerin von „En de Canon“ an der Zollstraße in der Altstadt.

Die Weinstube in dem 1638 errichteten Haus hatte nach einer knapp einjährigen Kernsanierung des historischen Gebäudes erst im vergangenen Dezember neu eröffnet. Rasch gewann man zahlreiche Stammgäste, die sich an der Weinvielfalt und der badischen Küche mit rheinischem Einschlag erfreute. Doch dann „wurden wir von Corona von einem Tag auf den anderen ausgebremst“, sagt Gaby Schellhase. Doch den Kopf in den Sand zu stecken, kam für das Team von „En de Canon“ nicht in Frage. Innerhalb von zwei Tagen stellte man einen Lieferservice auf die Beine – ausgefahren wurde mit Rennrad, Roller und Auto. Zu Ostern gab es vorbereitete Menüs, die man am heimischen Herd nur noch kurz aufkochen musste. Und schließlich besorgte Gaby Schellhase einen Imbissstand, an dem es Metzgercurrywurst mit selber hergestellter Currysoße gab. Das war ein solcher Erfolg, dass es die Currywurst auf die Stammspeisekarte der Weinstube schaffte.

Nach der Wiedereröffnung gibt es für die Gastronomie zahlreiche Beschränkungen, unter anderem 1,5 Meter Abstand zwischen den Tischen, was eine reduzierte Platzzahl bedeutet. „En de Canon“ kann dies zumindest teilweise mit der neu gestalteten Terrasse, dem „Weingarten“, ausgleichen. Doch für die Weinstube gilt das gleiche wie für die gesamte Gastronomie: Es ist noch ein steiniger Weg zurück zu Normalität.

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