„Ein klares Bekenntnis“ – Gedenktafel erinnert an den Wehrhahn-Anschlag
Annette Klinke, Thomas Geisel, Marina Spillner und Uwe Wagner (v.l.) weihten die Gedenktafel am Wehrhahn ein / Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

„Ein klares Bekenntnis“ – Gedenktafel erinnert an den Wehrhahn-Anschlag

Gut 20 Jahre nach der Tat gibt es nun eine Gedenktafel, die an den Wehrhahn-Anschlag vom 27. Juli 2000 erinnern soll. Bei dem Attentat auf zwölf Menschen aus Russland, der Ukraine, Aserbaidschan und Kasachstan wurden zehn von ihnen teils lebensgefährlich verletzt, eine Frau verlor ihr ungeborenes Kind. Die Opfer kamen gerade aus einer Sprachschule. „Rassismus und Antisemitismus haben in unserer Gesellschaft keinen Platz“, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel, der mit Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner (Stadtbezirk 1), Bezirksbürgermeister Uwe Wagner (Stadtbezirk 2) und Annette Klinke, Vorsitzende des Arbeitskreises Erinnerung, an der Einweihung teilnahm. „Die Gedenktafel ist hierfür ein wichtiges Zeichen und ein klares Bekenntnis gegen jede Art von Gewalt.“

Für Marina Spillner ist es eine wichtige Aufgabe der Bezirksvertretungen, Erinnerungszeichen zu schaffen: „Damit bleibt auch Vergangenes im Stadtteil präsent, auch die dunklen Seiten unserer Stadtgeschichte sollen nicht vergessen werden und uns mahnen, rassistischen und antisemitischen Tendenzen entgegenzutreten.“

Auch Uwe Wagner betonte, dass es wichtig sei, sich zu erinnern: „Mit dieser Tafel wollen wir der Gruppe junger Menschen gedenken, die vor bald 20 Jahren Opfer eines feigen Anschlags wurden, unter dem sie bis heute leiden. Der Täter konnte bislang nicht zur Verantwortung gezogen werden und so wollen wir mit diesem Mahnmal auch einen Beitrag dazu leisten, dass diese verabscheuungswürdige Tat nicht in Vergessenheit gerät.“

Die Überschrift der Tafel lautet: „Gedenken an die Opfer rassistischer Gewalt am Wehrhahn“. Die Bezirksvertretungen 1 und 2 haben das Vorhaben gemeinsam umgesetzt, die Texttafel wurde mit Unterstützung des Erinnerungsorts „Alter Schlachthof“ und der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf gestaltet. „Mitten in unserem Alltag wird diese Tafel uns erinnern, dass wir uns jeden Tag für unseren sozialen demokratischen Rechtsstaat einsetzen müssen“, betonte Annette Klinke. „Ich hoffe, dass die Mahnung den Opfern etwas von ihrer Würde zurückgibt.“

Der Anschlag rief im Jahr 2000 eine Welle des Protests gegen rassistische Gewalt und Antisemitismus hervor. Doch niemand wurde für die Tat verurteilt. Ein Anfang 2018 eröffneter Strafprozess wegen 12-fachen Mordversuchs gegen einen schon im Sommer 2000 Verdächtigten endete mit einem Freispruch. Die Strafkammer stellte zwar die rassistische Motivation des Anschlags fest, hatte aber Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Im Prozess wurden Versäumnisse bei den Ermittlungen nach dem Anschlag deutlich, die nicht mehr wettgemacht werden konnten.

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