Auf dem Weg in die Zukunft – Bilanz und Ausblick der Stadtbüchereien Düsseldorf
Bibliotheksdirektor Norbert Kamp (rechts) und Stephan Schwering, Leiter der Zentralbibliothek, (links) gemeinsam mit Pixi-Pepper, Foto: Stadtbüchereien Düsseldorf

Auf dem Weg in die Zukunft – Bilanz und Ausblick der Stadtbüchereien Düsseldorf

Die Zukunft der Stadtbüchereien und ihrer Angebote ist zunehmend hybrid. Physische Medien werden durch E-Medien ergänzt oder teilweise ganz ersetzt. Sichtbare Indizien für den Umbruch sind die aktuellen Leistungszahlen: Weltweit konstatieren Bibliotheken leicht rückläufige physische Medienausleihen, so auch in Düsseldorf. Ungebrochen boomt hingegen die Nutzung der digitalen Dienstleistungen. In der Landeshauptstadt konnten die Stadtbüchereien 2019 einen Wachstum von 15 Prozent verzeichnen. Dieser Auf- und Umbruch in der Bibliothekswelt wird auch im nun erschienenen Jahresbericht 2019 der Stadtbüchereien Düsseldorf thematisiert.

„Die Digitalisierung gewinnt immer weiter an Bedeutung, dies zeigt nicht zuletzt die derzeitige Krise um den Coronavirus“, sagt Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. „Dank der ‚onlineBibliothek‘ der Stadtbüchereien können die Kundinnen und Kunden trotz der momentanen Schließung das breite Angebot der Stadtbüchereien nutzen. Kurzfristig wurde sogar das Angebot für Abiturienten aufgestockt, so dass diese über ebooks weiterhin an Lernmaterialien für ihre Prüfungsvorbereitung kommen.“

Die Zentralbibliothek und die 14 dezentralen Büchereistandorte zählten im vergangenen Jahr mehr als 1,3 Millionen Besucherinnen und Besucher. Über 10.000 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer ließen sich erstmals eine Bibliothekskarte ausstellen und konnten als Neukunden begrüßt werden. „Dabei ist das Ausleihen von Büchern und anderer Medien nur einer – wenn auch wichtiger – von vielen Gründen, eine Bibliothek aufzusuchen“, weiß Dr. Norbert Kamp, Leiter der Stadtbüchereien Düsseldorf. Die Bibliothek als Ort gewinnt stetig an Bedeutung. Öffentliche Bibliotheken sind heute Lernorte, Orte der Begegnung und Kommunikation, des Wissenstauschs, der Inspiration und der kulturellen Freizeitgestaltung. Im vergangenen Jahr fanden in den Büchereien Düsseldorf mehr als 600 Veranstaltungen statt, die sich an die verschiedensten Alters- und Interessengruppen richteten. Sie reichten vom „SommerLeseClub“ über Lesungen und Musikveranstaltungen bis hin zum internationalen Erzählcafé „Coffee & Cookies“. Dabei beschränken sich die Angebote nicht auf reines Konsumieren von Inhalten, vielmehr wächst die Zahl solcher Veranstaltungen, bei der sich Besucherinnen und Besucher im Sinne eines Dialogs selbst einbringen können. Die Reihen „Forum Hobby Schreiben“ und der „Buch-Talk Ddorf“ sind Beispiele hierfür.

Im vergangenen Jahr wurden zudem die Öffnungszeiten der Zentralbibliothek am Bertha-von-Suttner-Platz um acht Stunden erweitert. Seit dem 1. Juli öffnet die Bibliothek bereits eine Stunde früher, die Samstagsöffnungszeit wurde verdoppelt. Die Erfahrungen der vergangenen Monate haben gezeigt, dass zusätzliche servicefreie Öffnungszeiten sehr gut angenommen werden. Diese positiven Erfahrungen sollen in das Öffnungszeitenkonzept für die künftige neue Zentralbibliothek am Standort Konrad-Adenauer-Platz 1 einfließen. Mit finanzieller Förderung des Landes NRW konnte der humanoide Roboter Pepper angeschafft werden, der einfache und orientierende Fragen der Bibliothekskundinnen und -kunden im Bibliotheksfoyer der Zentralbibliothek beantworten kann. Er ermöglicht zudem für viele Menschen einen ersten Kontakt mit dem Thema Robotik. Seit November 2019 ist Pixi-Pepper permanent im Kundenservice im Einsatz. Es wird getestet, ob er das Bibliothekspersonal im Alltag entlasten und ein Ansprechpartner während der Öffnungszeiten ohne Bibliothekspersonal sein kann.

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