Abschied von Gerresheim – Pfarrerin Oßwald im Ruhestand
Foto: evdus/Privat

Abschied von Gerresheim – Pfarrerin Oßwald im Ruhestand

Nach fast 35 Jahren als Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Gerresheim hieß es für Cornelia Oßwald Anfang Oktober, Abschied zu nehmen und in den Ruhestand zu gehen. Dabei hinterlässt sie große Fußstapfen. Ihr Engagement für Frieden und Gerechtigkeit, für die Unterstützung von Benachteiligten und Solidarität mit Schwächeren zieht sich wie ein roter Faden durch ihren beruflichen Weg.

Am 23. Oktober 1956 in Opladen geboren, bekam sie von ihren Eltern das Interesse an Menschen vermittelt und „ein Verlangen nach Gerechtigkeit, weil vor Gott alle Menschen gleich sind“. Im Konfirmandenunterricht begeisterte sie ein Pfarrer für die Kirche mit inszenierten Jesu-Geschichten aus der Situation Jugendlicher heraus und mit Liedern zur Gitarre. Daraus erwuchs der Wunsch: „Ich will Gemeindepfarrerin werden“. Nach dem Studium der Theologie in Göttingen mit Studienaufenthalten in Indien, Hongkong und auf den Philippinen sowie ihrem Vikariat in Hannover-Linden kam Oßwald 1985 als Pfarrerin im Probedienst nach Gerresheim. Dort wurde sie 1986 gewählt und in ihre Pfarrstelle eingeführt.

Von Beginn an lud sie zu Gottesdiensten zum 1. Mai ein, bis in die 1990er Jahre gemeinsam mit dem Betriebsrat der Glashütte. Als 2005 die Glashütte geschlossen wurde und viele ihren Job verloren, stellte sich Cornelia Oßwald an die Seite der Beschäftigten, beteiligte sich an Protestveranstaltungen und hielt Gottesdienste. „Man kann keine scharfe Trennung ziehen zwischen der Welt Gottes und der Welt, in der wir leben. Wir beziehen uns auf die Heilige Schrift, und das Evangelium ist unpolitisch nicht zu haben.“ 2000 wurde Oßwald in das Amt der Superintendentin im damaligen Kirchenkreis Düsseldorf-Ost gewählt, 2004 folgte die Wahl zur Stadtsuperintendentin mit der Aufgabe, die Kirchenkreise Ost, Süd und Nord zu einem Kirchenkreis zusammenzuführen. Das scheiterte, weswegen sie Ende 2005 als Stadtsuperintendentin zurücktrat. Erst 2007 folgte die Zusammenlegung der Kirchenkreise.

Die diakonische Arbeit lag ihr immer am Herzen, so rief sie gemeinsam mit Kollegen und Gemeindemitgliedern die Diakonie-Sprechstunde ins Leben. 2009 und 2010 folgte der Umbruch in der Gerresheimer Gemeinde, als zwei von drei Zentren geschlossen werden mussten. Jetzt freut sie sich auf den Ruhestand. Ende Oktober zieht sie mit ihrem Ehemann für ein Jahr nach Norddeutschland, danach stehen die Zeichen auf Neuanfang in einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Bonn.

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